Serenade – sie spielten bis zum ersten Tropfen

Die Serenade des Musikverein Wittislingen, die wegen der schlechten Witterung Mitte Mai abgesagt werden musste, konnte nun endlich im Vorhof des Wittislinger Rathauses abgehalten werden. Die Zuschauer sahen und hörten ein abwechslungsreiches Programm verschiedener Tanzrhythmen.
Der Vorsitzende des Musikvereins Wittislingen Paul Seitz begrüßte unter anderem den Bürgermeister der Marktgemeinde Ulrich Müller, seinen Amtskollegen Walter Joas (Mödingen), die anwesenden Gemeinderatsmitglieder und den Bezirksvorsitzenden des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes Bezirk 17 Dillingen Josef Werner Schneider.
Unter dem Motto „ Tanzen unter der Dorflinde“ führte Moderator Benedikt Decker  in abwechslungsreicher, informativer und amüsanter Art durch den Abend. Nach einer kurzen botanischen Einführung über die Linden und ihrer jahrhundertelangen kulturellen Bedeutung z.B. auch als Tanzlinden, wurde der Bogen dann zum eigentlichen Thema des Abends gespannt: der Musik. Das umfassende Programm quer durch die Tanzstile, kombiniert mit Gesang und Soli einzelner Instrumente, wurde wieder einmal gekonnt zusammengestellt von Dirigentin Bianca Hergöth und begeisterte die zahlreichen Zuhörer.
Beim ersten Musikstück „Brasil Tropical“ von Hans-Egon Häusler präsentierten die Musiker ein Potpourri von südländischen Rhythmen. Es begann mit einem Beguine „Amore“, bei dem Thomas Gebauer an der Solotrompete die Herzen zum Schmelzen brachte, und endet nach der romantischen Rumba „Amapola“ und dem neckischen Cha-Cha-Cha „Patricia“ mit dem bekannten feurigen Samba-Hit „Brasil“.
Auch der darauf folgende Schlager-Klassiker„ Rote Lippen soll man küssen“, von Martin Heckel beschwingt gesungen, kam bei den Zuhörern gut an und sorgte für eine schöne Atmosphäre im Herzen Wittislingens. Das schöne Bild des efeubewachsenen Innenhofs komplettierte der Kontrast zwischen dem dunkelbewölkten Himmel und eine von Scheinwerfern beleuchtete Bühne.
Nach dem gemütlichen „Blütenwalzer“ von Siegfried Rundel heizten die Musiker mit „Boogie Forever“ dem Publikum wieder etwas ein und es wurde fleißig mit gewippt und geklatscht.
Die Saxophonistin Andrea Griemert konnte bei „Mango Walk“ von Luigi di Guiselle im Rumba Stil ihr ganzes Können unter Beweis stellen und wurde mit einem langen Applaus belohnt. Nach dem gefühlvollen Tango „Ein kleines Rendezvous“, eine moderne Komposition von Peter Schad, folgte eine kurze Pause. Mit Getränken und Fingerfood gestärkt, konnten die Zuschauer nun dem zweiten Teil der Serenade lauschen.
Nach dem quirligen „Ice Cream“ von Johnson, Moll und King folgte nun ein Stück, das allen sehr ans Herz ging. Das Lied „ Du nur Du“ welches als Walzer von Peter Leitner bekannt ist, wurde als eine Art „Liebeserklärung“ an seine Heimat Österreich, in sehr überzeugender Manier von den beiden Sängern Isabell Baumann und Martin Heckel vorgetragen. Der lang anhaltende Applaus der Zuhörer zeugte von diesem, in seiner Stimmgewalt sehr beeindruckenden Duett.
Die mitreissende Polka „Egerländer Traum“ von Alexander Pfluger bot allen Instrumentengruppen viele Möglichkeiten ihr Können musikalisch unter Beweis zu stellen. Auch wenn der erst im Dezember letzten Jahres verstorbene Sänger George Michael vor allem durch seinen Weihnachtsklassiker „Last Christmas“ in Deutschland bekannt wurde, ließ es sich der Musikverein Wittislingen nicht nehmen, sein ebenfalls sehr geläufiges Stück „Wake me up before you go-go“ den Zuhörern vorzutragen. Unterstützt von der bewährten Melodie und dem flottenJive-Rhythmus griffen Isabell Baumann und Martin Heckel erneut zum Mikrophon und unterhielten  ein begeistertes Publikum.
Doch danach war leider Schluss. Denn gerade als Vorstand Paul Seitz sich vor dem letzten Stück bei allen Beteiligten bedanken wollte, setzte ein kräftiger Regenguss ein. Alle, auch das Publikum, halfen so schnell wie möglich die Instrumente und das Equipment in das trockene Rathaus zu bringen. So abwechslungsreich die Musikstücke auch waren, so „vielseitig“ war auch das Wetter: strahlender Sonnenschein, Wolken, Wind und Regen. Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch, im Gegenteil, wie Dirigentin Hergöth lachend kommentierte: „ Bei Sonnenschein und 27 Grad kann jeder eine Serenade abhalten“. So endete diese Veranstaltung wohl ungewöhnlich, aber in einer so positiven Stimmung, sodass bei anregenden Gesprächen im Rathaus noch ein bisschen verweilt wurde.

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